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Besprechung: Musikalisches Fest der Kulturen - Darmstadt - inkl. "Let's play Weill" - 2. Sep. 21 - Darmstädter Echo 

 

LOKALES - Darmstädter Echo

Freitag, 03.09.2021

Musikalisches Fest der KulturenFünf Ensembles überzeugen beim Abschlusskonzert des Orgelsommers das PublikumVon Christiana WeberDARMSTADT. Ein bunter Strauß unterschiedlichster künstlerischer Ausdrucksformen prägte am Mittwochabend das Abschlusskonzert des Internationalen Orgelsommers 2021 als „Fest der Kulturen“ in derPauluskirche. Fünf verschiedene Ensembles präsentierten Gesang undTanz, Traditionelles und Avantgarde, Klezmer und Romantik. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch betonte die Bedeutungder Kulturschaffenden für die Stadt und hob das Engagement von IrithGabriely hervor, auf deren Initiative dieses Fest zurückzuführen war, das als Benefizveranstaltung Künstlern und Musikern in Not unter die Arme greifen sollte. Irith Gabriely moderierte nicht nur, sondern sorgte mit ihrem Interreligiösen Ensemble für die musikalische Verknüpfung europäischer und orientalischer Einflüsse. In ihren Eigenkompositionen vereint sie jüdische Klänge mit arabischen Rhythmen und macht sogar vor dem ehrwürdigen Johann Sebastian Bach nicht Halt. Dessen barocke Werke, in virtuosen Läufen von Gabriely auf der Klarinette gespielt, von Abuseyf Kinik an der Darbukabegleitet und mit Hansi Malolepssys groovendem Bass ergänzt, erfuhren so eine ausgelassene Neu-Interpretation.Ein echter Kontrast zu Sänger Florian Rosskopp und Organist Thomas Wächter, die zuvor mit Kompositionen der Romantik den Abend eröffneten. In klarer Diktion erklangen unter anderem das hochromantische Vater Unser von Josef Rheinberger und vier von Anton Dvoráks Biblischen Liedern. Besonders in diesen zeigte Rosskopp seinen warmen Bariton, überzeugte mit ruhig strömender Deklamation.

Darmstädter Echo lets play weill 2 sep 2021Ritmovida, das Tanzensemble von Ali Mirzazadeh, bestritt seinen allerersten Auftritt überhaupt und brachte lockeren Salsa-Schwung in das nach langem Sitzen anfänglich etwas hüftsteife Publikum. Mit ihren lateinamerikanischen Choreografien entfachte es gerade die richtige Stimmung, in die „Ako & I Giocosi“ als letztes Ensemble einstimmen konnte. Von Gypsy über Rumba und Tango evozierte Ako Karim, einstiger Schüler von Irith Gabriely, zunächst eine eher ruhige Atmosphäre, die von seinen Mitstreitern am Kontrabass, an der Gitarre und am Schlagzeug mitgetragen wurde. Über allem jedoch schwebte der unverkennbare Klezmer-Klang, der immer dominanter wurde und sich schließlich in einem fulminanten Schluss steigerte und das Publikum begeisterte.

Musikalischer Höhe- und Mittelpunkt des Abends war jedoch das Trio Eisenman, das wegen Erkrankung des Saxofonisten als Duo mit der Sopranistin Stefanie Wüst und Marc Reichow am Flügel auftrat. Sie gaben fast vergessenen Komponisten des letzten Jahrhunderts, derenLebensgeschichte von Verfolgung durch das Naziregime geprägt war, eine Bühne.Stefanie Wüst verstand es, mit ihrer Stimme den Kompositionen lebendigen Ausdruck zu verleihen, selbst wenn diese, wie bei Paul Ben-Haim, einmal ganz ohne Worte auskamen und die Künstlerin Vokalisen deklamieren und diese in dynamisch sehr ausdifferenzierten Bögen gestalten konnte. Keck interagierte sie mit dem Publikum und bescherte mit Henry Eisenmans Song „Two shadows in the moonlight“ dem sakralen Raum großes Broadway-Kino. Marc Reichow war ihr ein kongenialer Begleiter und setzte auch als Solist eigene Akzente. René Leibowitz ́ kleine Miniatur-Etüden, die nicht nur sehr kurz, sondern auch anspruchsvoll sind, wurden von Reichow virtuos und mit beinahe lasziver Beiläufigkeit präsentiert. Mit zwei unglaublich emotionalen Wiegenliedern ließ das Duo Eisenman das Publikum den Atem anhalten – und für einen Moment senkte sich ein tiefer Frieden über die Pauluskirche.

 


 

  Besprechung: "Let's play Weill" in Korschenbroich - Aug 21 - Neuß-Grevenbroicher Zeitung

 kroschenbroich aug 21 letsplay weill

 


 

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